Studentenbefragung

Im Rahmen des Projektmoduls “Informationswissenschaftliche Masterstudiengänge im deutschsprachigen Raum” haben die Studierenden des Masterstudiengangs Information Science ans Engineering der Hochschule Darmstadt unter der Leitung von Prof. Dr. phil. Berthold Meier eine Umfrage zu den ersten Erfahrungen an den Hochschulen in Deutschland und Österreich durchgeführt.
Ziel der Umfrage war es, einen Überblick über Beweggründe und Zufriedenheit der Studierenden sowie Qualität der einzelnen Hochschulen zu erhalten.
Der Befragungszeitraum lief vom 19.05.2009 bis zum 19.06.2009. Im Folgenden sind die Ergebnisse zusammengefasst.

Statistik und Demographie
Von den 11 angeschriebenen Hochschulen nahmen an der Online-Umfrage 6 teil: Hochschule Darmstadt, FH Burgenland/Eisenstadt, Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg, Universität Regensburg, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Hochschule der Medien Stuttgart. Zur Auswertung der Ergebnisse konnten 52 vollständig ausgefüllte Fragebögen verwendet werden. Die Teilnehmer verteilen sich auf 31 weibliche und 21 männliche Studierende. Das Durchschnittsalter beträgt unter den Teilnehmern 27,5 Jahre. Dabei verteilen sich 25 Befragte auf die Altersgruppe unter 30 Jahre und 9 auf die Altersgruppe über 30 Jahre. An der Umfrage haben 37 deutsche und 12 österreichische Staatsbürger teilgenommen.

Stand der Teilnehmer
Unter den Befragten befinden sich 12 Teilnehmer aktuell in ihrem ersten Mastersemester, 24 in ihrem zweiten, 6 Teilnehmer studieren in ihrem dritten Semester und 10 der Teilnehmer gaben das vierte als aktuelles Mastersemester an. Von den Teilnehmern studieren 32 an der gleichen Hochschule im Masterstudiengang, an der sie auch ihr Erststudium absolviert haben, 20 haben ihre Hochschule gewechselt. Über vergleichbare informationswissenschaftliche Studiengänge haben sich 24 Teilnehmer an anderen Hochschulen informiert und 28 nicht. Die Informationen bezogen alle Teilnehmer aus dem Internet (24 Nennungen) sowie über Kommilitonen/Freunde/Bekannte (7 Nennungen) und Hochschulmessen (5 Nennungen). Mehrere Informationsquellen nutzten 11 Teilnehmer, darunter fielen ebenso Empfehlungen von Professoren, das Hochschulranking der ZEIT und Wikipedia. Dabei informierten sich 6 Studierende allgemein über informationswissenschaftliche Studiengänge.
Für die Zugangsberechtigung zum Masterstudium gaben 35 Teilnehmer einen Abschluss in Informationswissenschaft/Bibliothekswesen an. Unter den 17 anderen Studiengängen befanden sich u.a. 8 Teilnehmer, die in ihrem Erststudium einen Abschluss in Erziehung, Pädagogik oder Lehramt erzielt haben und 3 Teilnehmer gaben Informatik oder Technik an.
Von den Befragten haben 24 Teilnehmer den akademischen Grad eines Bachelor, 15 Teilnehmer haben ein Fachhochschul-Diplom und 9 ein Universitätsdiplom.
Des Weiteren wurden die Studierenden nach ihrer eigenen Einschätzung über die generellen Schwerpunkte ihres Studiengangs befragt. Dabei gaben 37 Teilnehmer Informationstechnik als Hauptfeld an, 20 Teilnehmer sahen Bibliothekswesen als Schwerpunkt ihres Studiums und 19 Studierende Betriebswirtschaft. Den Schwerpunkt Journalistik/Medien gaben 10 Studierende an, 9 Linguistik und 6 Kulturwissenschaft an. Als weiterer Schwerpunkt wurde E-Learning genannt.
Von den befragten Studierenden haben 25 während ihres Masterstudiums noch eine Nebenbeschäftigung. 5 Studierende arbeiten Vollzeit. Zur Finanzierung des Studiums sind 22 Teilnehmer auf die Unterstützung ihrer Familien angewiesen, 17 besitzen ein eigenes Vermögen, 9 der Teilnehmer greifen auf Kredite zurück (BaföG 5 Nennungen, Studienkredit 3 Nennungen, Privatkredit 1 Nennung). Eine Mehrfachnennung war möglich. So gaben 22 Teilnehmer mehr als eine Finanzierungsmöglichkeit an.

Beweggründe
Die teilnehmenden Studierenden konnten bei der Frage nach ihren Beweggründen für das Masterstudium aus mehreren vorgegebenen Antworten auswählen. Dabei fielen die meisten Antworten (jeweils 34 Nennungen) auf Spezialisierung/Vertiefung und auf höheres Einkommen. Aus Gründen der Weiterbildung studieren 32 der Teilnehmer und 16 aus Gründen der Reputation. Als weitere Gründe wurden von 11 Teilnehmern die Überbrückung von Arbeitslosigkeit, bessere Chancen im Berufsleben und die Möglichkeit zur Promotion angegeben.
Darüber hinaus gaben 5 Befragte an, das Vertiefungsfach Bibliothekswesen innerhalb ihres Masterstudiums gewählt zu haben. Der Beweggrund hierfür war die Zulassung zum höheren Bibliotheksdienst.
Die Frage nach dem angestrebten Berufsziel wurde von allen Studierenden individuell beantwortet. Als allgemeine Tendenzen ließen sich die akademische Karriere, die leitende Führungsposition und wiederum der Zugang zum höheren Dienst als Beweggründe zusammenfassen.

Qualität
Im Zuge der Qualitätsabfrage der Masterstudiengänge gaben die teilnehmenden Studierenden an, wie hoch die Anteile in den jeweiligen Bereichen der Lehrveranstaltungen ihres Masterstudiums sind. In dem Bereich Online-Lehrveranstaltung/E-Learning gaben 20 Teilnehmer an, dass die Anteile mittel bis hoch sind. Einen geringen Anteil nannten 15 Teilnehmer an, 17 Befragte gaben an, dass keine Online-Lehrveranstaltungen angeboten werden. Den Umfang an Präsenzveranstaltungen stuften 24 Studierende als hoch ein, 19 als mittel und 8 als gering. Die Angebote an fremdsprachigen Veranstaltungen verteilten sich mit 2 Studierenden auf hoch, mit 5 auf mittel und mit 25 auf gering; 19 haben keine entsprechenden Angebote. Die Eigenarbeit im Masterstudium wurde von den Befragten anteilig als hoch (37 Nennungen) und mittel (14 Nennungen) eingeschätzt.

Zufriedenheit
Anhand von der Bewertung der Unterstützungsangebote an den jeweiligen Hochschulen sollte eine Tendenz der Zufriedenheit ermittelt werden. So gaben die Studierenden an, die Unterstützung durch ihre Professoren sei sehr gut (25 Nennungen), gut (14 Nennungen) und zufriedenstellend (9 Nennungen). Als sehr gut empfinden 18 Studierende die Unterstützung durch Wissenschaftliche Mitarbeiter ihrer Hochschule, als gut bewerteten 15 Studierende dieses Angebot und 5 Studierende empfinden die Unterstützung als zufriedenstellend. Keine Bewertung konnten 10 der Befragten zu diesem Angebot abgeben.
Ihre Zufriedenheit mit dem Literaturangebot ihrer Hochschulbibliothek gaben 14 Teilnehmer mit sehr gut an, 17 mit gut und 12 Teilnehmer mit zufriedenstellend. Ebenso bewerteten 5 Teilnehmer das Literaturangebot als schlecht und 4 konnten keine Bewertung abgeben. Die technische Ausstattung der Hochschulen wurde von den Studierenden überwiegend positiv bewertet. So gaben 17 Studierende eine sehr gute Ausstattung an, 19 eine gute und 11 Studierende sind mit den technischen Möglichkeiten zufrieden.
Im direkten Vergleich zu ihrem jeweiligen Erststudium schätzen die teilnehmenden Studierenden die Arbeitsbelastung im Masterstudium überwiegend als höher ein (viel höher 19, höher 24 Nennungen). 5 Teilnehmer empfinden die Arbeitsbelastung vergleichbar mit ihrem Erststudium.
Bei der Frage nach der Zufriedenheit über das Veranstaltungsangebot ihrer Hochschule zeigten sich die Teilnehmer überwiegend positiv (sehr zufrieden 7, zufrieden 28, weniger zufrieden 11, unzufrieden 6 Nennungen). Die Vertiefungsmöglichkeiten bewerteten die meisten Teilnehmer (26 Nennungen) als weniger zufriedenstellend. Sehr zufrieden zeigten sich 7 Teilnehmer, 13 sind zufrieden und 6 sind mit den vertiefenden Möglichkeiten an ihrer Hochschule unzufrieden.
Die Kooperationen ihrer Hochschule mit dem Ausland bewerteten die teilnehmenden Studierenden überwiegend negativ. Mit der Auslandskooperation ihrer Hochschule sind 32 Studierende weniger zufrieden oder unzufrieden, 16 Studierende sind zufrieden und 4 sehr zufrieden. Bei der Frage nach den Möglichkeiten und dem Verlauf der Praxisphase innerhalb des Masterstudiums zeigten sich 34 der Befragten zufrieden bis sehr zufrieden und 28 Befragte weniger bis unzufrieden. Die Kontakte ihrer jeweiligen Hochschule zu Unternehmen bewerteten die Studierenden unterschiedlich. 13 Studierende zeigten sich sehr zufrieden und 17 zufrieden, weniger zufrieden sind 15 Studierende, 7 sind unzufrieden.

Bewertung der Ergebnisse
Die Umfrage hat gezeigt, dass ein Masterstudium hauptsächlich als Aufbau-Qualifikation für Bachelorabsolventen dient. Im Vergleich ist für Diplomabsolventen von Fachhochschulen ein Masterstudium attraktiver als für Universitätsabsolventen.
Ebenso hat sich gezeigt, dass an den teilnehmenden Hochschulen generell ein hoher Anteil an Eigenarbeit erforderlich ist. Dies kann in Verbindung mit dem geringen Anteil an Blended Learning betrachtet werden. Die Studierenden haben häufiger Präsenz- als Online-Veranstaltungen. Die anfallende Arbeitsbelastung zeugt dennoch von einem hohen akademischen Anspruch innerhalb des Masterstudiums.
Weiterhin zeigen die Ergebnisse überwiegend positive Erfahrungen der Studierenden an der Arbeit der Professoren. Auch die technische Ausstattung sowie das Angebot der Bibliotheken an den Hochschulen wurden von den Studierenden positiv bewertet. Eine tiefer gehende Fragestellung bei den Teilnehmern, die keine Angaben über die Zufriedenheit des Literaturangebots geben konnten, könnte aufzeigen, ob die betreffenden Studierenden ihre Hochschulbibliothek gar nicht kennen oder diese lediglich nicht nutzen. Ähnliches gilt für die Arbeit der Wissenschaftlichen Mitarbeiter. 10 Teilnehmer gaben bei dieser Frage (Frage 11) keine Bewertung ab. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass ein großer Anteil der Studierenden die Wissenschaftlichen Mitarbeiter nicht kennen oder ihre Arbeit nicht einschätzen können.
Aus den Ergebnissen der Umfrage wird ebenso deutlich, dass an allen teilnehmenden Hochschulen Verbesserungsbedarf besteht. Dies betrifft u.a. das Angebot von fachlichen Vertiefungsmöglichkeiten. In Frage 6 wurde von den Studierenden als häufigster Beweggrund für ein Masterstudium die Spezialisierung und Vertiefung angeführt und gleichzeitig wurden die Angebote dazu an nahezu allen Hochschulen als eher schlecht bewertet.
Ebenfalls schlecht wurde das Angebot von fremdsprachigen Lehrveranstaltungen bewertet. Der geringe Anteil solcher Veranstaltungen sowie die negativen Bewertungen der Auslandskooperationen deuten an, dass das Masterstudium nicht den internationalen Anforderungen der Studierenden entspricht. Besonders die Gebiete der Internationalität und des Praxisbezugs sind in den Hochschulen ausbaufähig.

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